Next Play Mentality – Essenz eines guten Lacrossespielers?

„Nicht den Kopf hängen lassen.“

Dieser Spruch kommt häufig, wenn man z.B. einen Pass nicht gefangen hat und sich dann schuldig fühlt. Aber wenn der 5. Ball in Folge fallen gelassen wird, möchte man manchmal wahrscheinlich lieber unter die Dusche als noch einen aufmunternden Spruch zu hören.

Meiner Meinung nach ist es allerdings sehr wichtig nach einer vermeintlich verpatzten Situation positiv zu bleiben. Warum?

Jedes Mal wenn man den Kopf hängen lässt passiert mental so einiges: Man verliert Intensität, man verliert Selbstvertrauen, man signalisiert seinem Gegner und seinen Teamkameraden, dass man resigniert und die Chance das man es in der nächsten Situation besser macht schwinden.

Auf längere Sicht gesehen (und aus meiner Erfahrung besondern bei Jugendspielern) können sich sogar negative Glaubenssätze bilden wie: „Ich bin einfach kein guter Lacrossespieler, alle anderen sind viel besser.“ oder „Ich werde nie gut genug werden, um den Ball kontinuierlich zu fangen.“

Das Gegenmittel gegen diesen negativen und nach-unten-ziehenden Gedankenstrudel ist die „Next Play Mentality“:

Diese Einstellung gibt vor, dass man sich im Spiel oder Training nicht lange mit vorher passierten Fehlern aufhält, sondern sich immer auf die nächste Situation fokussiert.

Das bedeutet natürlich nicht, dass man nicht aus seinen Fehlern lernen sollte. Um ein besserer Lacrossespieler zu werden, sollte man gerade seine größten Fehler analysieren und daran arbeiten – nur eben nicht in der Spielsituation.

Ein Beispiel:
Du bist Attacker, bekommst in einer Fastbreaksituation den Ball direkt vor dem Tor und schießt dann den Torwart ab anstatt die Murmel zu versenken. Wie reagierst du?

1- Du schlägst die Hände über dem Kopf zusammen, fällst in fußballerischer Manier auf die Knie und trauerst über das vergebene Tor. Der Gegner hebt den Ball ungestört auf, setzt zum Gegenfastbreak an, scored behind-the-back und feiert sich enorm.

2- Für eine Millisekunde ärgerst du dich, rennst dann aber direkt dem Abpraller hinterher, holst den Groundball und deine Mannschaft bleibt im Ballbesitz.

Welche Option hört sich besser an?

Das ist der mentale Unterschied, der unter vielen Lacrosspielern die Spreu vom Weizen trennt. Der Spieler, der sich immer wieder auf den nächsten Ball, Pass oder Schuss konzentrieren kann, ohne an die vorherige Situation zu denken, ist anderen Spielern voraus.

Nichtsdestotrotz ist es hilfreich sich nach dem Training oder Spiel seine Fehler vor Augen führen, um daran arbeiten zu können.
Wenn du zum Beispiel den Großteil von den 1-on-1’s mit dem Goalie nicht getroffen hast, macht es wahrscheinlich Sinn beim nächsten Training etwas früher zu kommen, um 1-on-1 Finishing zu üben. Selbiges gilt für nicht gefangene Pässe: wohl möglich solltest du da noch persönlich an der Wand an deinen Stickskills arbeiten.

„Stay positive“ und konzentriere dich immer auf die nächste Spielsituation.

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